
Räder selber wechseln – Checkliste
Sommerreifen, Winterreifen oder Ganzjahresreifen selbst wechseln? Mit dem richtigen Werkzeug, etwas Vorbereitung und einer sicheren Arbeitsweise kannst du den saisonalen Räderwechsel selbst durchführen.
🚗 Vor dem Räderwechsel
• Prüfen, welche Räder aktuell montiert sind
• Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen bestimmen
• Prüfen, ob die Reifen noch ausreichend Profil haben
• Reifen auf Beschädigungen, Risse, Beulen und ungleichmäßigen Verschleiß kontrollieren
• Reifenalter anhand der DOT-Nummer prüfen
• Reifengröße und Ausführung kontrollieren
• Laufrichtung bzw. Kennzeichnung „Rotation“ beachten
• Bei asymmetrischen Reifen auf „Outside/Inside“ achten
• Prüfen, ob die Räder zum Fahrzeug zugelassen sind
• Bedienungsanleitung des Fahrzeugs bereitlegen
• Vorgeschriebenes Anzugsdrehmoment nach Herstellerangabe prüfen
• Vorgeschriebenen Reifendruck nachschauen
🛞 Reifen & Profil prüfen
• Gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm beachten
• Profiltiefe mit einem Profiltiefenmesser messen
• Profil an mehreren Stellen des Reifens kontrollieren
• Auf gleichmäßigen Verschleiß achten
• Reifen auf Risse, Beschädigungen und Fremdkörper prüfen
• DOT-Nummer kontrollieren
• Bei Winterreifen zusätzlich die Wintertauglichkeit berücksichtigen
• Bei Winterreifen empfiehlt der ADAC aus Sicherheitsgründen mindestens 4 mm Profil
• Bei stark unterschiedlichen Profiltiefen die besseren Reifen an die Hinterachse montieren
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Der ADAC empfiehlt bei Winterreifen aus Sicherheitsgründen mindestens 4 mm.
❄️ Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen?
• Sommerreifen für die passende Jahreszeit und die vorgesehenen Einsatzbedingungen prüfen
• Winterreifen auf das Alpine-Symbol mit Berg und Schneeflocke kontrollieren
• Bei Ganzjahresreifen ebenfalls auf das Alpine-Symbol achten, wenn sie für winterliche Bedingungen eingesetzt werden sollen
• Nicht nur auf die Kennzeichnung M+S verlassen
• Beachten: Seit dem 1. Oktober 2024 reicht eine reine M+S-Kennzeichnung bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mehr aus
• Die situative Winterreifenpflicht beachten
• Bei Schnee, Eis, Schneematsch oder Glätte müssen alle vier Radpositionen entsprechend wintertauglich bereift sein
🔧 Das richtige Werkzeug
• Stabilen Wagenheber mit ausreichender Traglast verwenden
• Vom Fahrzeughersteller vorgesehene Aufnahmepunkte beachten
• Unterstellbock verwenden
• Passendes Radkreuz oder geeigneten Schlagschrauber bereitlegen
• Drehmomentschlüssel verwenden
• Drahtbürste zum Reinigen der Radaufnahme bereitlegen
• Profiltiefenmesser bereitlegen
• Handschuhe verwenden
• Schlüssel für das Felgenschloss bereitlegen, falls vorhanden
• Kreide oder Reifenmarkierstift bereitlegen
Für einen regelmäßigen saisonalen Räderwechsel empfiehlt der ADAC einen geeigneten Wagenheber, Unterstellböcke, Radkreuz, Drehmomentschlüssel und eine Drahtbürste. Der serienmäßige Wagenheber aus dem Kofferraum ist laut ADAC eher für Notfälle gedacht.
⚠️ Fahrzeug sicher vorbereiten
• Fahrzeug auf einen ebenen, festen Untergrund stellen
• Handbremse anziehen
• Gang einlegen bzw. Fahrzeug gegen Wegrollen sichern
• Bei Automatikgetriebe auf „P“ stellen
• Zündung ausschalten
• Fahrzeug gegen Wegrollen sichern
• Wagenheber ausschließlich an den vorgesehenen Aufnahmepunkten ansetzen
• Niemals unter einem Fahrzeug arbeiten, das nur vom Wagenheber gehalten wird
• Unterstellbock verwenden, wenn das Fahrzeug angehoben bleibt
🔩 Räder abmontieren
• Radschrauben bzw. Radmuttern vor dem Anheben leicht lösen
• Fahrzeug an der vorgesehenen Stelle anheben
• Radschrauben vollständig lösen
• Felge vorsichtig abnehmen
• Kontaktfläche zwischen Rad und Radnabe kontrollieren
• Rost und Schmutz an der Kontaktfläche vorsichtig entfernen
• Bremsanlage dabei auf auffällige Schäden oder starken Verschleiß kontrollieren
• Altes Rad direkt mit der Position markieren, z. B. „VR“, „VL“, „HR“ oder „HL“
• Laufrichtung bei richtungsgebundenen Reifen beachten
🔄 Welche Räder wohin?
• Vor dem Umsetzen die Profiltiefen vergleichen
• Unterschiedlich stark abgefahrene Reifen nicht beliebig verteilen
• Reifen mit dem besseren Profil grundsätzlich auf die Hinterachse setzen
• Laufrichtungsgebundene Reifen nicht auf die falsche Seite setzen
• Vorgaben des Fahrzeug- und Reifenherstellers beachten
• Bei einem Wechsel innerhalb desselben Reifensatzes die mögliche Achsrotation beachten
• Räder spätestens nach etwa 8.000–10.000 km auf möglichen achsweisen Tausch prüfen, sofern Fahrzeug- und Reifenhersteller dies zulassen
Der ADAC empfiehlt bei unterschiedlichen Restprofiltiefen die Reifen mit dem größeren Profil an der Hinterachse.
🛞 Neue Räder montieren
• Richtige Felge und richtigen Reifen für die jeweilige Fahrzeugposition prüfen
• Reifengröße kontrollieren
• Laufrichtung bzw. „Rotation“ prüfen
• Bei asymmetrischen Reifen „Outside“ nach außen montieren
• Radaufnahme sauber und frei von störendem Rost oder Schmutz halten
• Rad gerade auf die Nabe setzen
• Radschrauben bzw. Radmuttern von Hand ansetzen
• Schrauben zunächst handfest anziehen
• Fahrzeug vorsichtig absenken, bis das Rad sicher aufsteht
• Schrauben über Kreuz mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen
• Genau das vom Fahrzeughersteller vorgeschriebene Drehmoment verwenden
🔧 Drehmoment richtig verwenden
• Anzugsdrehmoment in der Betriebsanleitung bzw. nach Herstellerangabe nachschauen
• Drehmomentschlüssel verwenden
• Nicht nach Gefühl festziehen
• Radschrauben bzw. Radmuttern über Kreuz anziehen
• Bei Felgenschlössern den speziellen Schlüssel verwenden
• Nach dem Anziehen kontrollieren, ob alle Schrauben korrekt festgezogen wurden
• Nach etwa 50 km die Verschraubung nochmals kontrollieren und bei Bedarf nach Herstellerangabe nachziehen
Der ADAC empfiehlt nach etwa 50 km eine erneute Kontrolle der Verschraubung.
💨 Reifendruck prüfen
• Reifendruck nach dem Räderwechsel kontrollieren
• Vorgaben des Fahrzeugherstellers beachten
• Reifendruck am Aufkleber bzw. in der Betriebsanleitung nachschauen
• Unterschiedliche Beladungszustände berücksichtigen
• Nicht einfach den maximal zulässigen Druck auf der Reifenflanke verwenden
• Ventile auf Beschädigungen prüfen
📡 Reifendruckkontrollsystem
• Prüfen, welches Reifendruckkontrollsystem das Fahrzeug verwendet
• Nach dem Räderwechsel kontrollieren, ob das System eine Warnung anzeigt
• Falls erforderlich, Reifendruckkontrollsystem nach Herstelleranleitung zurücksetzen oder neu anlernen
• Nach der ersten Fahrt auf Warnmeldungen achten
🛑 Bremsen & Fahrwerk kontrollieren
• Bremsscheiben auf auffällige Schäden kontrollieren
• Bremsbeläge soweit sichtbar auf Verschleiß prüfen
• Bremsschläuche und Leitungen auf offensichtliche Beschädigungen prüfen
• Feder und Stoßdämpfer auf auffällige Schäden prüfen
• Bei ungewöhnlichen Geräuschen oder sichtbaren Schäden nicht einfach weiterfahren
• Bei Unsicherheit Fahrzeug fachgerecht überprüfen lassen
🆕 Wann neue Reifen kaufen?
• Profiltiefe prüfen
• Reifenalter prüfen
• Beschädigungen ausschließen
• Ungleichmäßigen Verschleiß prüfen
• DOT-Nummer kontrollieren
• Alpine-Symbol bei Winter- und Ganzjahresreifen für winterliche Nutzung prüfen
• Reifengröße aus Fahrzeugschein, CoC-Papieren oder Herstellerangaben übernehmen
• Lastindex prüfen
• Geschwindigkeitsindex prüfen
• Zulässige Felgengröße und Reifenkombination prüfen
• ADAC-Reifentests als zusätzliche Informationsquelle nutzen
• EU-Reifenlabel vergleichen
• Preise bei mehreren Anbietern vergleichen
• Bewertungen und Erfahrungen prüfen
• Lieferdatum bzw. Produktionsdatum berücksichtigen
🏷️ EU-Reifenlabel vergleichen
• Rollwiderstand bzw. Energieeffizienz vergleichen
• Nasshaftung vergleichen
• Außenfahrgeräusch und dB-Wert beachten
• Bei wintertauglichen Reifen auf das Alpine-Symbol achten
• Nicht nur nach einer einzelnen Label-Kategorie entscheiden
• Zusätzlich unabhängige Reifentests berücksichtigen
Das EU-Reifenlabel informiert unter anderem über Rollwiderstand, Nasshaftung, Außenfahrgeräusch und Wintertauglichkeit. Der ADAC weist darauf hin, dass unabhängige Reifentests darüber hinaus weitere Eigenschaften berücksichtigen.
🔢 Welche Reifengröße brauche ich?
• Reifengröße kontrollieren
• Breite prüfen
• Querschnitt prüfen
• Felgendurchmesser prüfen
• Lastindex prüfen
• Geschwindigkeitsindex prüfen
• Zulässige Kombinationen für das Fahrzeug beachten
• Eintragung bzw. ABE/Teilegutachten prüfen, wenn erforderlich
• Nicht einfach eine größere oder breitere Reifengröße wählen, nur weil sie optisch besser gefällt
🛒 Reifen kaufen
• Passende Reifengröße und Spezifikation zuerst bestimmen
• Preise bei mehreren Händlern vergleichen
• Lieferzeit prüfen
• Produktionsdatum bzw. DOT berücksichtigen
• Rückgabe- und Garantiebedingungen prüfen
• Bewertungen des Händlers berücksichtigen
• ADAC-Reifentest zum jeweiligen Reifentyp und der passenden Dimension anschauen
• Nicht nur nach dem günstigsten Preis entscheiden
• Kosten für Montage und Entsorgung berücksichtigen, falls Reifen auf vorhandene Felgen aufgezogen werden müssen
📅 Reifenalter & DOT
• DOT-Nummer an der Reifenflanke suchen
• Die letzten vier Ziffern prüfen
• Erste zwei Ziffern = Produktionswoche
• Letzte zwei Ziffern = Produktionsjahr
• Reifen regelmäßig auf Alterungserscheinungen kontrollieren
• Bei älteren Reifen Zustand und Einsatz kritisch prüfen
Es gibt keine gesetzliche allgemeine Altersgrenze für Pkw-Reifen. Der ADAC rät jedoch, Winterreifen nicht länger als acht Jahre und Sommerreifen nicht länger als etwa acht bis zehn Jahre zu nutzen.
🧼 Nach dem Räderwechsel
• Altes und neues Rad eindeutig markieren
• Reifendruck nochmals kontrollieren
• Felgen reinigen
• Reifen auf Beschädigungen prüfen
• Räder trocken und möglichst dunkel lagern
• Reifen vor direkter Sonne und Hitze schützen
• Kompletträder möglichst so lagern, dass sie nicht unnötig belastet werden
• Reifensätze getrennt und eindeutig beschriften
• Lagerort notieren
• Bei Einlagerung in der Garage für geeignete Lagerbedingungen sorgen
🏠 Räder richtig lagern
• Reifen sauber und trocken einlagern
• Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
• Kontakt mit Öl, Kraftstoff und Lösungsmitteln vermeiden
• Kompletträder ordentlich stapeln oder geeignete Felgenhalter verwenden
• Reifen ohne Felgen nicht einfach aufeinander stapeln
• Beschriftung der Räder gut sichtbar anbringen
• Lagerort so wählen, dass die Reifen vor Beschädigungen geschützt sind
📋 Meine Räderwechsel-Notizen
• Fahrzeug: __________________________
• Reifensatz: Sommer / Winter / Ganzjahr
• Reifengröße: _______________________
• Profiltiefe vorne: ___________________
• Profiltiefe hinten: __________________
• DOT: ______________________________
• Reifendruck vorne: __________________
• Reifendruck hinten: _________________
• Anzugsdrehmoment: __________________
• Wechsel durchgeführt am: ____________
• Kilometerstand: _____________________
• Nächste Kontrolle: __________________
🦊 Der Planfuchs-Rädercheck
• Sind die Reifen noch sicher und ausreichend profiliert?
• Sind alle vier Reifen passend für das Fahrzeug?
• Stimmt die Laufrichtung?
• Ist das Alpine-Symbol vorhanden, wenn Wintertauglichkeit erforderlich ist?
• Sind die Reifen nicht auffällig alt oder beschädigt?
• Sind die besseren Reifen an der Hinterachse?
• Sind die Radschrauben mit dem richtigen Drehmoment angezogen?
• Stimmt der Reifendruck?
• Funktioniert das Reifendruckkontrollsystem?
• Sind die alten Räder richtig beschriftet und eingelagert?
Merksatz
Prüfen → vorbereiten → sicher anheben → wechseln → Drehmoment beachten → Luftdruck prüfen → RDK kontrollieren → nach ca. 50 km Verschraubung prüfen.
Werbung / Affiliate-Hinweis: Einige der hier verlinkten Produkte sind Affiliate-Links. Wenn du über einen solchen Link etwas kaufst, kann Planfuchs24 eine Provision erhalten. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
Entdecke weitere hilfreiche Checklisten
Fragen, Ideen oder Anregungen? Schreib uns gerne! Hier geht’s zum Kontaktformular
Planfuchs24 gefällt dir? Hier darfst du uns gerne unterstützen. 🦊❤️